Photovoltaik-Anlage auf einem Hausdach

Photovoltaik lohnt sich wieder

Der Klimaschutz ist dringlicher denn je. Extreme Niederschläge, Stürme und Blitze, Dürren und Spätfröste in unserer Region nehmen zu.

Jeder kann etwas zum Klimaschutz beitragen. Hausbesitzer haben eine gute Möglichkeit: die Energie der Sonne nutzen. Mit einer Photovoltaik-Anlage auf dem Hausdach.

Die Einspeisevergütungen sind nicht mehr berauschend (derzeit 12,2 ct pro kWh). Aber es lohnt sich, wenn man nicht auf Einspeisung sondern auf Eigenverbrauch optimiert. Jede Kilowattstunde, die man nicht aus dem Netz beziehen muss, spart knapp 30 ct.
Zwei Dinge braucht man dazu: 1) einen eigenen Stromspeicher im Keller (virtuelles Speichern in der Cloud ist nichts anderes als Einspeisung und verdienen tut der Cloudbetreiber), und 2) gelegentliches Nachdenken, wann man Strom verbraucht. Wenn man die Waschmaschine tagsüber bei Sonnenschein laufen lässt, reduziert man die Abgabe ins Netz und erhöht die eigene Rentabilität.

Das folgende Schaubild zeigt, wie es geht: eine 3,41 kWp-PV-Anlage auf dem Dach, ein 5 kWh-Stromspeicher im Keller und ein Zwei-Personen-Haushalt in Weilheim, der knapp 1500 kWh im halben Jahr verbraucht.

Schaubild einer Photovoltaikanlage für ein Dach eines 2-Personen-Haushaltes (3,41kWp)

Nach Abzug der Verluste im Wechselrichter (77 kWh) und Speicher (30 kWh) wurden über das zweite Halbjahr 2018 hinweg 403 kWh mehr erzeugt als selbst verbraucht. Netto ist man immer noch Lieferant. Da die Sonne nicht immer schien, wenn man sie brauchte, mussten trotzdem 471 kWh aus dem Netz bezogen werden (vor allem im November und Dezember). Das ergibt eine gemittelte Autarkie-Rate von 1010/1476 = 68,4 %. Ohne den Speicher wäre die Autarkie-Rate nur gut halb so hoch gewesen (518/1476 = 35,1 %).

Finanziell auf der Habenseite hat man 1010 kWh mal knapp 30 ct/kWh eingesparten Netzstrom und 874 kWh mal 12,2 ct/kWh eingespeisten Strom. Das sind ca. 400 €. Und das Dachgeschoss heizt sich jetzt im Sommer kaum noch auf, da die PV-Module das Dach gut abschirmen. Über 20 Jahre kommen so ca. 16.000 € zusammen. Damit ist die Anlage voll bezahlt. Bei steigenden Strompreisen geht’s sogar schneller.

Beim aktuellen Wert für den deutschen Strommix (ca. 474 g CO2 pro kWh) wurden dazu noch ca. 475 kg CO2-Emissionen vermieden, also knapp eine Tonne pro Jahr. Zum Vergleich: der Durchschnittsdeutsche verursacht knapp 10 Tonnen im Jahr.

Also, es lässt sich etwas tun!
Das Dachgeschoss ist gemütlicher, das Stromnetz ist entlastet, die CO2-Emissionen sind reduziert und – man hat ein besseres Gewissen.

Prof. Dr. Stefan Emeis
Sprecher des Arbeitskreises Energie und Klimaschutz

 

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