Gemeinsam Gemüse anbauen – Sonnenacker bei Weilheim - 6 Gärtner auf dem Feld. Foto: SlowFood Pfaffenwinkel

Wege in eine krisenstabilere, nachhaltige Ernährungswirtschaft

Wie können wir unsere Ernährungswirtschaft zukunftsfähig machen?

Mit welchen Wirtschaftsformen können wir Lebensmittel nachhaltig produzieren? Mit welchen Produktionsformen können wir sicher stellen, dass wir auch in Krisenzeiten gut versorgt sind?

Das sind Fragen, mit denen sich der Umweltökonom Prof. Dr. Niko Paech auseinander setzt, den die Weilheimer AGENDA 21 und SlowFood Pfaffenwinkel am 29. Oktober 2020 im Rahmen der Reihe Weilheimer Welten eingeladen hatte. (Siehe hier.)
Geplant war der Vortrag im Weilheimer Haus der Begegnung, dann aber wurde er wegen Corona kurzfristig ins Internet verlegt. 56 TeilnehmerInnen schalteten sich via Zoom ein, um an Paechs Live-Vortrag „Ernährung, Ackerbau und Landwirtschaft in der Postwachstumsökonomie“ teilzunehmen.

Die Präsentation des Vortrags gibt es hier zum Runterladen.

Niko Paech Online-Vortrag 29.10.20 – Aufbau

 

In seinem Vortrag stellte Paech u.a. folgende Fragen und Thesen auf:

  • Welche materiellen Freiheiten darf ich mir als Einzelperson nehmen, ohne ökologisch und sozial über meine Verhältnisse zu leben?
  • Mit einem nachhaltigen Konsum kann die immense CO2-Belastung durch die globale Mobilität (vor allem Flugreisen) nicht ausgeglichen werden.
  • Hilft die Corona-Krise, den Preis aufzudecken, den wir für das moderne Ziel Fortschritt und Wohlstandswachstum in Wirklichkeit zahlen?
  • Der Lösungsansatz „Grünes Wachstum“ (Green Deal) durch ökologische Technologien, Kreislaufwirtschaft, regenerative Energien ist gescheitert.
  • Wie können wir wirtschaftlich unabhängiger werden, damit krisen-stabiler, also resilienter?
  • Wo und wie können wir Genügsamkeit finden, also unsere Ansprüche an das anpassen (Suffizienz), was wir aus eigenen Fähigkeiten und den nahe gelegenen, nicht von außen vermehrbaren Ressourcen erwirtschaften können (Subsistenz) ?
  • Immer mehr Konsum schafft irgendwann nicht größeres individuelles Wohlbefinden, sondern das Gegenteil: Stress durch Zeitmangel, Reizüberflutung und Überforderung.
  • Wie gelingt bzw. misslingt der Wandel des Ernährungssektors durch nachhaltige Wirtschaftsformen?
  • Wir brauchen dringend Real-Labore, in denen sich Postwachstums-Pioniere begegnen, voneinander lernen, gemeinsam üben und sich gegenseitig bestärken und inspirieren.

Es gibt schon Praktiken, die uns weg von der industriellen Fremdversorgung in Richtung (postwachstums-ökonomische) Selbstversorgung bringen:

Einen ähnlichen Online-Vortrag hielt Paech im Mai 2020 für Slow Food Youth: „Nachhaltige Wirtschaftsformen im Ernährungsbereich jenseits des Wachstumsdogmas“. Auf YouTube ist er hier zu sehen und hören.

Zur Vertiefung zwei weitere Dokumente über Paechs Arbeit:

Artikel „Kein Fressen ohne Moral – Die organisierte Unverantwortlichkeit im Ernährungssektor“, agora42 2019.

Leseprobe (Kapitel 1) aus dem Buch von Erhard Eppler und Niko Paech „Was sie da vor haben wäre ja eine Revolution – Ein Streitgespräch über Wachstum, Politik und eine Ethik des Genug“, oekom-Verlag 2016.

Prof. Dr. Niko Paech lehrt Plurale Ökonomik an der Universität Siegen, ist Autor der Bücher „Befreiung vom Überfluss“ und (mit Manfred Folkers) „ALL YOU NEED IS LESS. Eine Kultur des Genug aus ökonomischer und buddhistischer Sicht“.
Er ist beteiligt am Forschungsprojekt ‚nascent – Neue Chancen für eine nachhaltige Ernährungswirtschaft durch transformative Wirtschaftsformen.

 

Wo kaufen Sie Lebensmittel?

Auf Slow Food Pfaffenwinkel gibt es eine Liste von regionalen Lebensmittelproduzenten und Restaurants, die besonders jetzt in pandemischen Zeiten Unterstützung brauchen.

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